“Ich möchte einmal eine Skitour ganz ohne Auto verwirklichen, aber von Kaltern ist das ein Ding der Unmöglichkeit, außer man benutzt das Fahrrad.”
![]() |
||
<a
href=”http://picasaweb.google.de/Bergzeckn/Plattkofel”>Plattkofel |
So schwirrte es mir schon seit einigen Jahren in meinem Kopf. Als ich meine Idee meinem Freund unterbreitete, dachte ich noch an zwei Tage, doch er meinte, dass es doch auch an einem Tag zu schaffen wäre.
Von der Idee begeisterte sich sofort auch unser Begleiter Andi. Also da wäre nun das Dreierteam: Armin unser Telemarker, Andi der jüngste, beide erst seit einem Jahr auf Skitour und schon technisch wie konditionell auf höchstem Niveau, und ich Wernher (Beppi Zac).
Das Abenteuer: 1.500 Hm mit den Rad bis Saltria ,dann 1.250 mit Ski, dann wäre noch der Rückweg mit 450 Hm: Gesamtsumme 3.200 Hm.
Nicht wenig für Hobbysportler wie wir, aber mit richtiger Einteilung müsste es zu schaffen sein. O.K.
Also, Wetter muss passen, Schnee ist heuer glauben wir genug, also keine Eile, wäre da nicht unser Andi, der es kaum erwarten konnte. Wetterbericht studierend fiel der Termin auf den Samstag den 24.04.04. Start 3.30 Uhr, ins Bett um 9 Uhr, wären 6 Stunden Schlaf, Die Zweifel über die Durchführbarkeit der Tour, bescherte uns aber höchstens 2 Stunden Schlaf. Kein Zweifel herrschte über die “Rotpunkt“ Durchführung der Tour, alles muss mit aufs Rad.
Als der Wecker läutete, bereute ich sofort meine Zusage, aber versprochen ist versprochen und so ging’s los. Zuerst recht angenehm bis Bozen, weiter übern Radweg nach Karneid und nun das wohl gefährlichste Stück bis Blumau. Ausgerüstet mit Lichtanlage dürfte es keine Probleme geben, aber weit gefehlt, denn in einer unübersichtlichen Kurve kam von hinten ein Lieferwagen mit geschätzten 80 km/h, streifte meinen Ellenbogen, den Spiegel enthauptete ich mit dem Schulterblatt der dann Armins Rücken voll erfasste. Trotz der schwer beladenen Räder konnten wir einen Sturz vermeiden, was sicher fatale Folgen gehabt hätte. Der Schmerz war erträglicher als der Gedanke, dass der fahrerflüchtige Raser ungeschoren davon sauste. Dieser Zwischenfall beschäftigte uns noch die längste Zeit, was uns aber von den Strapazen ein wenig ablenkte. Völs – Seis ein Kinderspiel, nur das Sorgenkind Seiseralmstraße bereitete uns Sorgen was sich aber im nachhinein als nicht so schlimm herausstellte. Jetzt ein Kaffee, ein paar Croissant und ab nach Saltria wo Rad mit Ski ausgetauscht wurde.
Die Umstellung empfanden wir als angenehm denn jetzt waren wir in unserem Element. Der gleichmäßige Schritt führte uns zum Zallinger, wo Armin meinte, dass uns nur mehr 2 Stunden zum Gipfel fehlten. Das Wetter wurde immer besser, der Schnee ideal und so ging’s ohne Harscheisen zügig voran. In 1 Stunde 40 Minuten standen wir vor dem Kreuz und genossen den herrlichen Rundblick.
Bei perfektem Firn carvten wir ins Tal wo uns wieder das heikle beladen der Bikes erwartete. Letzte anstrengende Steigung zurück zur Seiseralm, bei eiskaltem Wind und knappen 10 Grad mit kurzer Hose und Trikot. Mit wärmerer Kleidung und jede Menge Adrenalin ging´ s rasant hinab nach Bozen, wo uns der allerletzte Anstieg erwartete. Glücklich und müde erreichten Armin, Andi und ich den langersehnten Ausgangspunkt. Noch einen letzten Blick auf den Computer ,107 km und aus den errechneten 3.200 Hm wurden 3.590 Hm, ja, ja die berühmten 10 %.