Bergzeckn Südtirol

Ladakh Radreise – Indien

Freitag, 13. August 2004 von Andr

Von Andrea Giuliani und Alexander Schmid – August 2004

Bericht

09/08

Ankunft in Dehli um 3.30 Uhr. Bis 8.00 Uhr im Flughafen geschlafen, dann mit Stadtbus zum Busbahnhof, von wo wir um 18.00 Uhr den Bus nach Manali genommen haben.

10/08

Um 10.00 Uhr morgens – nach heisser Busnacht – in Manali angekommen (16 Std Fahrt ). Von dort mit einem Taxi nach Old Manali gefahren (befindet sich auf einem Hügel). Dort nettes Guest House gefunden – Tourist Nest Guest House. Rad zusammen gebaut und den Radkarton dort gelassen für Leute, welche die Radtour in die andere Richtung machen.

11/08

Ruhetag und Proviant eingekauft. Gehört, dass die Strasse Richtung Leh über den Rothang La Paß wegen mehreren Murenabgängen gesperrt ist…tolle Aussichten!

12/08

Start um 6.00 Uhr, Strasse oft unterbrochen wegen Murenabgängen. Teilweise durch tiefen Schlamm geradelt – sehr anstrengend! Fast bei jedem Teehouse Teestop gemacht. Anstrengung und Durst waren groß. Um 14.00 Uhr am Pass (Rothang La) angekommen. Hier war es windig und frisch; so sind wir nicht lange stehen geblieben und hinunter bis zur Abzweigung nach Spitivalley gefahren. Dort Dalbat gegessen. Dann ein paar Kilometer weiter nach Khoskar –wo wir die erste Passkontrolle hinter uns brachten. Hier haben wir neben einem Fluss gehalten und das Zelt aufgestellt (3070mt).
83,45 km und 2080 Höhenunterschied

13/08 Khoksar – Patseo

Gegen 8 Uhr nach Frühstück und Wasserfiltern gestartet. Strasse bis Dorf Tandi ging immer auf und ab, Landschaft war noch grün und man sah noch ein paar Gletscher. Von Tandi ging es weiter bis Keylong, wo wir auch etwas gegessen haben (Dahlbat – Ciabatti und Tee).Wollten nur bis Darcha, um dort im Flussbett zu schlafen, hatten aber Angst wegen Hochwasser, sind somit weiter gefahren. Das Gelände rundherum war steil so mussten wir noch 16 km bergauf fahren, um endlich in Patseo (3750 mt) einen flachen Schlafplatz zu finden. Patseo ist eigentlich ein Militärplatz, haben etwas ausserhalb der Militärstation unser Zelt aufgestellt. Es war fast finster, 18.30 Uhr, so haben wir uns schnell abgewaschen (sehr kalt) und etwas gekocht. Haben uns dann gleich in den warmen Schlafsack verkrochen.
89 km und 1600 Höhenunterschied

14/08 Patseo – Sarchu

Wecker um 6.00 Uhr, jedoch bis wir startbereit waren wurde es 8 Uhr. Beim Militärposten Zing Zang haben uns die Soldaten einen Chai spendiert. Von dort aus führt ein ewiger Schotterweg, der von kleinen Bächen durchquert wird, bis zum Baralacha La (Pass) auf 4890 mt hinauf. Dort eine Weile das Panorama bewundert. Die karge Landschaft, typisch für Ladakh, fängt hier an. Nach circa 5 km Abfahrt sind wir bei Zelten stehen geblieben. Hier wird für Touristen Essensproviant verkauft. Wir haben dort gerastet und gegessen. Später sind wir bei einem kleinen See vorbei gefahren und im Sarchutal gelandet. Neben dem Militärplatz Sarchu (4280 mt), nach Passkontrolle vor Brücke etwas abseits der Straße haben wir unser Zelt aufgebaut. Gleich wurden wir von Militärs und Postleuten umzingelt, die uns Ratschläge gegeben haben über den Zeltplatz. Die Postleute haben uns in ihre Blechbaracke eingeladen einen Tee zu trinken.
64 km und 1162 mt Höhenunterschied

15/08 Sarchu – Pang

Am Anfang radelten wir für zirka 24 km auf einer schönen Strasse entlang dem Fluss. Mondartige Landschaft mit vielen Seitentälern. Dann fing eine Serpentinenstrasse (21 Kata Loops) an. Auf 4800 mt dachten wir, dass der Pass erreicht wäre, mussten aber wieder auf 4670 mt runter und auf den effektiven Lachanlang La 5065 mt hinauf. Es war eine sehr steile und anstrengende Auffahrt, mit Schotter und Asphalt gemischt. Auf dem Pass war der Asphalt, wegen der Hitze und Höhe, so weich, dass wir mit den Schuhen eingesunken sind. Haben ein paar Fotos gemacht, etwas getrunken und sind dann wieder weiter. Die Strasse nach unten führte durch eine enge Schlucht, sehr schön, aber auch sehr schlechte Strasse. Auf Halbweg nach unten haben wir Schüttelbrot mit Kaminwurz gegessen, ein Genuss! Sind dann bei engen Erdpyramiden vorbeigefahren. 1 km nach Pang und einer weiteren Passkontrolle, haben wir neben einem Bach unser Zelt aufgestellt, auf 4630 mt.
78,61 km und 1165 Höhenunterschied

16/08 Pang – Angkung ( kurz vor Puga )

Am Morgen waren es +5° im Zelt. Nach 200 Höhenmeter waren wir auf der Moore Ebene angelangt, welche ein circa 35 km langes Hochplateau ist. Es ist eine sehr schöne Landschaft mit vielen Talabzweigungen. Fast am Ende der Moore Ebene, circa 29 km vor dem Taglang La, geht rechts eine Abzweigung nach Tsokar weg ( nur eine Sandpiste, keine richtige Strasse ). Dieser Sandstrasse sind wir bis zum Salzsee Tsokar gefolgt. Haben den See linker Hand umfahren, 15 km rauf und runter, auf tiefer Sandstrasse ( es wird gerade eine neue Strasse gebaut ). Am Ende vom See links ein Tal hinaufgefahren, bei Nomadenzelten vorbei, bis zum Polo Kongka Pass 4920 mt. Vom Pass eine Schotterstrasse hinunter bis zu Angkung ( eine Buddistische Schule ).Gleich danach neben einem Bach auf einer schönen Wiese das Zelt aufgebaut und etwas gekocht. War ein mühsamer Tag; sehr anstrengend, im Sand zu fahren. Wir hatten keinen Permit für Tso Moriri Lake.
92,2 km und 766 mt Höhenunterschied

17/08 Angkung – Tso Moriri Lake

Wecker 6 Uhr. Beim Frühstück ist neben uns eine Herde Jak vorbei. Nach 1 km sind wir bei den heissen Quellen von Puga vorbei (sind nur Schwefelablagerungen ). Im Dorf Puga befindet sich die Abzweigung zur Mahebrücke oder zu den Seen. Wir sind rechts zu den Seen gefahren. Nach 10 km Schotterweg sind wir zum Namshang La auf 5050 mt gelangt. Von dort runter zum Thazand Guru See – sehr schönes Panorama. Von hier aus sieht man die Berge von Tibet. Die Strasse um den See war eine Wellblechpiste, sehr mühsam mit dem Rad. Wieder rauf auf 4950 mt und dann endlich runter zum Tso Moriri Lake. Am See hat es begonnen zu regnen und es war auch sehr kalt. Wir hatten keinen Permit und etwas weiter wäre eine Kontrolle gewesen, so sind wir ein paar km zurückgefahren und haben dort neben Flussbett gezeltet. Haben etwas gekocht und sind dann wegen dem Regen ins Zelt. Die Nacht hat es auch etwas geschneit. Geschlafen auf 4790 mt.
47,53 km und 582 mt Höhenunterschied

18/08 Tso Moriri Lake – Gaike (100 km vor Leh)

Es hat fast die ganze Nacht durchgeregnet und auch etwas geschneit, aber zum Glück hat es kurz vor unserem Start aufgehört. Sind den Weg bis Puga wieder zurück und von dort bis zu Mahebrücke. Vom Namshang La bis zur Brücke sind es 14 km fast immer abwärts. Von der Mahebrücke aus bis Leh ist eine 160 km lange Asphaltstrasse. Die Strasse führt den Indus entlang, es geht aber immer auf und ab. Man sieht jetzt wieder sehr viel Militär, weil wir an der Grenze zu China sind. Bei einem Posten haben sie uns aufgehalten und nach dem Permit gefragt. Da wir es nicht hatten mussten wir die längste Zeit handeln, konnten dann aber trotzdem wieder weiterfahren. Haben 100 km vor Leh unser Zelt aufgestellt. Mussten es neben der Strasse aufstellen, da alle schönen und flachen Stellen von der Armee besetzt waren. Geschlafen auf 4150 mt.
104,54 km und 631 mt Höhenunterschied

19/08 Gaike Leh

Die Strasse nach Upshi war schön, das einzige Strenge war der Gegenwind. In Upshi fing der Verkehr und der Massentourismus an. Ab Upshi wird die Landschaft wieder etwas grüner.. Vor Leh geht es noch einen Stich aufwärts .In Leh haben wir uns gleich wegen einer Unterkunft umgesehen. Sind im Oriental Guest House gelandet, sehr sauber und nette Leute. Nach Tagen endlich wieder einmal eine warme Dusche. Leh liegt auf 3500 mt.
105,40 km und 390mt Höhenunterschied.

20/08 + 21/08 Leh

Haben uns ausgeruht und Leh besichtigt. Mussten unseren Rückflug von Leh nach Dehli bestätigen. Haben uns auch einen Permit für Khardung La besorgt. Um einen Permit zu bekommen, müssen min. vier Leute aufscheinen.

22/08 Leh – Khardung La – Leh

Sind eher spät gestartet. Ein Engländer, namens Ches, ist mit uns raufgefahren, ist dann nach Nubra Valley weiter. Man musste vor 10 Uhr den Checkpoint passieren, da die Strasse ab Halbweg nur ONE WAY ist. Die Strasse bis dorthin war recht bequem zu fahren und nicht so steil. Ab dem Kontrollposten ( 14 km vor Pass ) wurde die Strasse immer steiler. 8 km vor dem Pass war die Strasse voller Löcher. Wegen der Höhe haben wir auch einen schweren Kopf bekommen. Auf dem Pass war es windig und kalt, waren froh warmes Wechselzeug dabei zu haben. Die Abfahrt war sehr schön und rasant, da wir keine Radtaschen dabei hatten. Eine Federgabel wäre nicht schlecht gewesen!! Der Khardung La ist 5605 mt hoch, unsere Höhenmesser haben 200 Höhenmeter weniger angezeigt.
76,03 km und 2000mt Höhenunterschied.

23/08 Leh

Wieder einen Ruhetag eingesetzt und beschlossen, dass wir noch genügend Zeit haben uns einige Klöster und Lamayuru mit dem Fahrrad anzuschauen.

24/08 Leh – Likir – Nurla

Start 8 Uhr. Gleich nach Leh, Richtung Lamayuru, ist alles eine Militärzone. Die Landschaft ist sehr karg, aber sehr schön, mit all den Seitentäler und kleinen grünen Oasen mit Klöstern. Die Strasse bis Likir hatte zwei Anstiege. Bevor man Saspol hinunterfährt, geht rechts bei einem Lehmkiosk eine neue Asphaltstrasse nach Likir weg. Das Kloster in Likir ist sehr schön, mit einer grossen Buddhastatue. Von dort sind wir weiter nach Nurla; von der Abzweigung bis zu Saspol sind es circa 8 – 9 km und 500 Höhenmeter runter. In Nurla haben wir uns ein Guesthouse ( Little Tibetan ) genommen.
99,3 km und 1245 mt Höhenunterschied

25/08 Nurla – Lamayuru – Alchi

Am Morgen hat es etwas geregnt. In Khalatse ist es wieder warm geworden und es hat aufgehört zu regnen. Bis nach Lamayuru gibt es zwei Strassen: eine Serpentinenstrasse und die Moonvalley Strasse. Normalerweise muss man, laut Militär, auf der Serpentinenstrasse hinauf- und durch die MOONVALLEY runterfahren, weil es sich um eine sehr enge Strasse handelt und viele Kamions nach Kashmir fahren. Mit dem Rad durften wir sowohl rauf als auch runter durch die Moonvalley – sehr schöne Mondlandschaft. Neben uns waren die Berge weiss aufgrund des Schneefalls der letzten Nacht. Die Moonvalley Strasse ist 12 km lang und eher steil.Lamayuru liegt auf 3550 mt. Haben dort das Kloster angeschaut – sehr schön und super Ausblick auf das Tal. Dann sind wir wieder nach Khaltse zurück und von dort weiter Richtung Saspol. Kurz vor dem Ort biegt man bei der Brücke rechts ab und kommt nach Alchi. Alchi ist ein netter Touristenort. Haben dort auch das Kloster besichtigt und einen Platz zum schlafen gesucht, da es wieder zu regnen anfing. Lotsava Guest House, sehr einfach und sauber.
93,76 km und 1445 mt Höhenunterschied

26/08 Alchi – Leh

Haben es uns gemütlich gemachtm, da die Etappe recht einfach war. Von der Brücke aus bis zur Abzweigung nach Likir war ein Aufstieg. Von dort runter bis Nummie, dort etwas gegessen und dann wieder rauf auf einen Pass. Die Strasse von dort geht bis ca 10 km vor Leh abwärts, wo dann der letzte Anstieg bis nach Leh kommt.
70,65 km und 1323 mt Höhenunterschied

27/08 Leh

Gerastet. In Leh alles geschlossen wegen einem Generalstreik. Vor einigen Jahren wurden bei einer Kundgebung gegen das Militär drei Ladakhi getötet, so wird jedes Jahr zur Erinnerung gestreikt. Gegen Abend hat wieder alles geöffnet, auch der Markt, so haben wir Packmaterial für das Fahrrad gekauft.

28/08 Leh – Hemis – Thiksey – Leh

Von Leh aus sind wir Richtung Stok gefahren. Stok liegt auf der anderen Flussseite. Von dort aus geht eine Nebenstrasse nach Hemis. Die Strasse ist zwar wenig befahren, aber nicht in optimalem Zustand. In Hemis haben wir das grösste Kloster von Ladakh besichtigt, wo auch jedes Jahr ein Festival stattfindet.Von dort aus sind wir über dem Fluss auf die andere Talseite gefahren und der Hauptstrasse entlang nach Thiksey zurück. Thiksey ist das meisst besuchte Kloster, liegt auch an einem schönen Platz. Von dort aus sind wir wieder nach Leh zurück geradelt.
88,18 km und 856 mt Höhenunterschied

29/08 Leh

Hatten Glück, weil gerade an dem Morgen im Guest House Engländer angekommen waren, die mit dem Fahrrad die Runde umgekehrt fahren wollen, so haben sie uns die Radkartone geschenkt.

30/08 Leh – Dehli

Am Morgen mit Taxi zum Flughafen, dort fünf mal Gepäck und Passkontrolle über uns ergehen lassen und um 8.00 Uhr gestartet. Der Flug zahlt sich aus, man fliegt über die Berge von Ladakh, sehr schöne Aussicht, muss nur hoffen das Wetter passt. Am Flughafen angekommen haben wir ein Taxi genommen und uns zum internationalen Flughafen fahren lassen. Dort haben wir in einer Art Garage (Gebäckdepot) unsere Fahrräder und etwas Gebäck hinterlassen. Von dort sind wir mit dem Bus nach Dehli und im Viertel Paharganj eine Schlafunterkunft gesucht. Dehli ist sehr heiss im Vergleich zu Ladakh.

31/08 Dehli

Morgens Stadt und Sehenswürdigkeiten besichtigt (chaotische Stadt) und gegen Abend mit Bus zum Flughafen gefahren. Am nächsten Morgen um 3.00Uhr ging unser Flug nach Hause.

Namibia Radreise

Freitag, 13. August 2004 von Armin

Von Armin Tschager und Christina Nagler – August 2004

Bericht

Namibia Radreise

Der Morgen war wunderschön und sehr kühl als wir aus dem Flugzeug ausstiegen. Es ist Anfang August und Winter in Namibia. Es ist trotzdem eine gute Zeit für eine Fahrradreise, da es während des Tages nicht allzu heiß wird, zumindest für afrikanische Verhältnisse. Nach Erhalt des Gepäcks und nötigen Zollformalitäten machte ich mich daran die Räder, die wir in Kartone gepackt hatten, zusammen zu bauen. Nach ca. 1,5 Stunden waren wir bereit für unsere dreiwöchige Reise durch Namibia. Der Vorteil eines so provinziellen Flughafen besteht darin, dass man vom Flugplatz direkt mit dem Rad losfahren kann. Es gibt in Namibia noch keine Autobahnen. Die erste Etappe führte uns nach Windhoek. Die Strecke von 45 km bewältigten wir relativ schnell, auch wenn ich bereits nach etwa 10 km schon zwei Platten hatte und zwar auf Grund der vielen Dornensträucher der Savanne. Zum Glück hatte ich eigene Einlagen gekauft, die zwischen Mantel und Schlauch montiert werden, um Luftdefekte durch Dornen zu vermeiden. Im Tourismusbüro holten wir uns die letzten Informationen über Namibia und radelten Nachmittags zum etwas entfernten Campingplatz, wo wir unsere erste Nacht verbrachten. Am Morgen hatten wir dann eine Ahnung wie kalt es im südlichen Afrika werden kann. Da der Tag in Namibia nicht sehr lang ist, brachen wir immer früh auf um die Zeit zu nutzen. Tageslicht gab es von ca. 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends. Nach morgendlichen 3 Grad stieg die Quecksilbersäule innerhalb kurzer Zeit auf über 20 Grad.Unser erstes Reiseziel war Swakopmund am Pazifischen Ozean. Wir hatten geplant Swakopmund in 4 Tagen zu erreichen. Von dort wollten wir dann nach Walvis Bay und weiter durch die Namib-Wüste über Solitaire nach Sossusvlei. Der erste Tag verlief ohne Probleme und wir konnten die landschaftlichen Schönheiten Afrikas in vollen Zügen genießen, vor allem weil die Hauptstraße nach Swakopmund geteert ist. Wir fuhren Richtung Norden und erreichten nach ca. 70 Km Okahandja, wo wir eine längere Rast einlegten, um uns von der großen Hitze zu erholen. Als wir wieder aufbrachen und die Fahrt Richtung Meer fortsetzten fing auch schon der Gegenwind an, nicht sehr stark, aber genug, dass wir uns frühzeitig nach einem Zeltplatz umsahen.

Die zweite Nacht verbrachten wir nahe der Straße im Busch auf einem Rastplatz. In Namibia gibt es nur in größeren Ortschaften Campingplätze oder sie sind so gelegen, dass sie für uns Radfahrer zu weit von der Hauptroute entfernt sind. Der morgendliche Ablauf von Zelt abbauen und Bepacken des Rades hatte sich bereits schon nach zwei Tagen eingependelt.. Wir kamen gut voran und weil wir nun schon ziemlich weit von Windhoek und größeren Ortschaften entfernt waren, sahen wir bereits immer mehr Tiere, und zwar Affen, Giraffen, verschiedene Antilopenarten und Warzenschweine. Es waren keine größeren Steigungen zu bewältigen und so kamen wir relativ gut voran. Wir hatten immer 5 Liter Wasser als Reserve dabei, denn dem Zufall darf man hier nichts überlassen. Christine hatte an diesem Tag einige Platten, da sich der hintere Mantel auf der Felge drehte und dabei die Ventile des Schlauches abriss. Wir kamen am Nachmittag in Usakos an, wo wir an einer Tankstelle ein größeres Geschäft fanden, das fast alles im Angebot hatte, was wir brauchen konnten. Dort kaufte ich eine Schachtel Klebematerial für Schläuche, da wir auf Grund unserer vielen Luftdefekte unseren Vorrat bereits fast aufgebraucht hatten.

Ich kaufte auch einen Reifen 26. und wollte ihn auf Christines Rad montieren. Da entdeckte ich, dass der Mantel zu groß war. Ich kontrollierte erneut die Aufschrift am Mantel, sie entsprach der Größe 26. Ich ging erneut in das Geschäft um den Mantel umzutauschen. Der Verkäufer sagte, dass dieser Mantel die richtige Größe wäre und dies in Namibia 26. wären. Ich antwortete, dass 26. überall 26. wären, wie hier, in Amerika oder bei uns. Wir lachten und erhielten das Geld wieder retour. Als ich das Rad wieder zusammengestellt hatte, war es schon fast dunkel und wir radelten nur mehr zu einem Campingplatz, der nicht weit von der Tankstelle entfernt war. Dort bekamen wir etwas zu essen und ein gutes kühles Bier.

Am nächsten Tag ging es steil bergauf und die Landschaft änderte sich abrupt. Immer mehr wich die Dornensavanne der Wüste, immer weniger Sträucher und Bäume, bis nur mehr Steine und Sand den Straßenrand säumten. Am höchsten Punkt des Passes sahen wir das Straßenstück, das vor uns lag, endlos bis zum Horizont gerade und leicht abfallend zum Meer hin Richtung Swakopmund. Doch dann die Ernüchterung. Starker Wind kam auf, so stark, dass wir mit einem kleinen Gang abwärts treten mussten. Allmählich ging mir die Kraft aus und ich erwägte bereits schon in Arandis, einem kleinen Dorf vonMinenarbeitern, wo wir Wasser bzw. irgendetwas zum Trinken kaufen wollten, den Tag zu beenden. Christine jedoch machte mir Mut und nach einer Rast ging es weiter, immer dem Wind entgegen. Nach 120 Km und einer Abfahrt von 1600 Hm, immer mit Gegenwind waren wir todmüde. Bereits bei eintretender Dunkelheit stellten wir bei der nächstbesten Raststätte unser Zelt auf. Die Strecke war nur mehr sehr kurz, aber mit diesem Gegenwind nicht mehr zu bewältigen. Aber am frühen Morgen waren wir schon in Swakopmund und konnten uns gleich eine Unterkunft mit Dusche suchen. Die Küstenstadt besteht aus vielen alten Gebäuden aus der Kolonialzeit und es wirkt noch heute deutsch. Wenn man durch die sauberen Straßen schlendert, möchte man meinen man ist in Deutschland, bei all den Straßencafe’ mit Schwarzwälder Kirsch und deutschem Brot. Wir verbrachten den ganzen Tag damit, letzte Einkäufe zu tätigen, darunter auch einen Mantel 26. für Christine. Im Nationalparkbüro meldeten wir uns für die Fahrt durch den Namib Naukluft Park an. Auch für die Campingplätze im Nationalpark musste hier bezahlt werden. Am Abend genossen wir noch ein gutes Essen, da wir nun für längere Zeit die Zivilisation verließen. Gleich hinter Swakopmund Richtung Süden beginnt die Wüste mit bis zu 400 Meter hohen Dünen aus feinem roten Sand. Das Wetter war klar. Normalerweise dringt dichter Nebel vom kalten Ozean in das Landesinnere und hält sich hartnäckig bis Mittag und nur selten gibt es im Winter klare Tage wie diese. Wir fuhren Richtung Walvis Bay. Es war Sonntag und und die ganze Hafenstadt war wie ausgestorben. Wir fanden noch ein offenes Geschäft, wo wir die letzten Lebensmittel einkaufen konnten und beschlossen, bereits früher Richtung Einsamkeit aufzubrechen.

Mit 37 Litern Wasser beladen ging es los Richtung Wüste. Ein Sandsturm machte es uns nicht leicht: sehr starker Seitenwind und die Sandkörner, die uns schmerzhaft ins Gesicht schlugen. Am Abend ließ der Wind nach und wir bauten unser Zelt auf. Als die Sonne unterging konnten wir noch ein letztes Mal in Richtung Zivilisation schauen. Da war er nun, der Nebel. Das Zelt, die Räder, alles war nass, aber all die Pflanzen und Tiere der Wüste können nur dank dieses Nebels überleben, der bis zu 50 km ins Inland reicht. Nun konnten wir auch der Teerstraße auf Wiedersehen sagen. Anfangs war der Schotter recht gut, aber sehr bald wechselte Wellblech mit sandigen Passagen. Nichts war zu sehen, bis zum Horizont nur Wüste. Ab und zu ein Auto von Touristen, die eine Kilometerlange Staubwolke hinterließen, aber freundlich grüßten und auch Fotos von uns schossen. Was werden sie ihren Freunden erzählen: .Sie mal, diese Spinner, die fahren mit dem Rad durch die Wüste.. Der erste Campingplatz war erreicht, es war der Vogelfederfelsen. Wir konnten uns die Etappen im Nationalpark nicht selbst einteilen, da es verboten ist, wild zu zelten und wir immer in einem Campingplatz schlafen mussten. Wir hatten reichlich Zeit den Vogelfederfelsen zu erkunden und er war die einzige Erhebung weit und breit. An der Feuerstelle war sogar noch Holz und so konnten wir uns am Abend ein schönes wärmendes Feuer machen. Die Nacht war wärmer als zuvor und auch der Morgen war weniger kalt. Langsam spürten wir jetzt ein wenig die Müdigkeit, die meistens nach einer Woche eintritt.

Schon der erste Tag wurde sehr heiß. Eine Herde Springböcke zog durch die glutheiße Wüste. Auch das Wasser brachte uns keine Abkühlung mehr. Wir radelten durch eine Senke mit heftigem Seitenwind. Hitze und Durst machten uns zu schaffen und schon kamen die ersten Zweifel, ob dieses Land eine gute Wahl für eine Radreise war. Wir waren schon vorher in der Wüste der USA gewesen, doch war es keinesfalls mit dieser zuvergleichen.

Kein Schatten in Sicht, der Kopf drohte zu platzen. 38 ° C, und das im Winter. Der Wind trocknete unsere Körper völlig aus. Dann die Rettung, ein alter Hänger eines Lastwagens war neben der Straße geparkt. Wir setzten uns eine Weile in den Schatten, aßen und tranken etwas. Nach dieser wohltuenden Rast ging es recht zügig voran, da der Wind etwas nachgelassen hatte. 10 km vor unserem nächsten Campingplatz hielt eine Frau an und fragte ob wir genug Wasser hätten. Ich antwortete mit ja, doch sie wollte uns unbedingt noch 10 l schenken. Ich sagte, dass 10 Liter zu schwer wären und wir den großen Kanister nicht transportieren könnten. Da bot sie uns an, die 10 km zurückzufahren und uns das Wasser am Campingplatz zu deponieren, damit wir uns wenigstens etwas waschen könnten. Man merkte ihr an, dass sie mit uns und speziell mit Christine mitlitt, da sie selbst solche Fahrradreisen unternommen hatte. Wir waren um das Wasser sehr froh, weil es eine Gelegenheit war sich ein wenig besser zu waschen, da wir schon 3 Tage keine Dusche mehr hatten. Die Campingplätze im Nationalpark waren nur mit einem spartanischen Klo und Tisch und Bänken versehen. Die Nacht war heiß, über 20 Grad. Wir wunderten uns sehr, da uns alle von der fürchterlichen Kälte erzählt hatten. Auch das Wasser, das normalerweise einige Zeit kühl war, hatte über 20 ° und schmeckte fürchterlich nach Plastik. Die Etappe des nächsten Tages wurde sehr schwierig, da wir zwei Pässe zu überwinden hatten. Wir spekulierten heute bis Solitaire zu radeln. Eine Dusche und ein kühles Getränk schwirrte in unseren Köpfen. Nach einigen KM ging es steil bergab. Am tiefsten Punkt kam das Schild .Kuiseb-Pass.. Es war ein ausgetrocknetes Flussbett in einer wunderschönen Canyonlandschaft. Nach einem kurzen, flachen Stück bäumte sich die Straße vor uns steil bergauf, so dass es uns alle Kraft kostete, diese Steigung zu überwinden. Später wurde es hügelig, aber die Landschaft änderte sich wieder: ein paar Sträucher und auch trockenes goldenes Gras. Unsere große Lust auf den kleinen Luxus brachte uns schließlich nach Solitaire, wo der Campingplatz über eine Dusche und fließendes Wasser verfügte. Das Essen im Gasthaus schmeckte wunderbar, da wir die letzten Tage nur am Abend eine gefriergetrocknete Mahlzeit hatten. Der nächste Morgen fing mit einer sehr guten Schnitte Apfelkuchen an. Es waren ca. 90 km bis Sesriem. Zu unserer Rechten erhoben sich die ersten großen Sanddünen in wunderschönem, je nach Lichtfall oder Tageszeit leuchtendem Rot, bewachsen mit goldenem Gras. Ein Kontrast der Superlative. In einer Bar bei einer kalten Cola erzählte uns der Kellner, das zur Zeit eine Warmfront über Namibia sei, aber schon in zwei Tagen würde es wieder bitterkalt werden. Mit viel Rückenwind trafen wir kurz nach Mittag in Sesriem ein. An der Reception sagte uns die Angestellte, dass der Campingplatz, der nur über 11 riesige Stellplätze verfügte, ausgebucht sei und sie uns auf den .overflow. Campingplatz schicken musste, einen staubigen Platz, gleich neben dem Eingang, ohne Schatten. Die Dünen von Sossusvlei waren ca. 60km Richtung Meer. Unmöglich mit dem Rad zu erreichen, wenn man den Sonnenaufgang betrachten möchte. Es gab keine Busse oder Taxis, die zu den Dünen fuhren. Also fragten wir ein Paar aus Frankreich, ob sie uns morgen früh mit zu den Dünen nehmen würden. Sie antworteten mit ja, aber sie würden bereits um halb 5 Uhr starten. Für uns überhaupt kein Problem, da wir froh waren, überhaupt die Dünen zu sehen, da es wahrscheinlich, mit dem Fish River Canyon das grüßte Naturschauspiel in Namibia ist. Den Nachmittag verbrachten wir am Swimming-Pool, inmitten einer Wüste, schon ziemlich makaber. Das Buffet in der angrenzenden Sossusvlei Lodge war bekömmlich und die Hotelgäste sahen ganz erstaunt auf meinen übervollen Teller. Nachts gab es komische Geräusche, Christine öffnete den Reißverschluss des Zeltes und vor dem Eingang machten sich drei Schakale über die Mülltonnen her. Sie ließen sich von uns nicht stören und machten unbekümmert weiter. Um halb fünf leuchteten die Sterne vom klaren Wüstenhimmel als die Tore für die Einfahrt in den Naturpark geöffnet wurden. Die Straße war übersäht von tiefen Schlaglöchern und es war schwierig allen auszuweichen. Das französische Paar war sehr nett und es wurde nie langweilig. Die Zeit verging wie im Fluge. Als die Sonne aufging tauchte sie die Landschaft in ein dunkles Rot. Ich schoss ein Foto nach dem anderen. Wir beschlossen eine Düne zu besteigen und hatten einen wunderbaren Blick auf Sossusvlei mit all seinen Sanddünen, die über 400m hoch sind. Der Vormittag verging sehr schnell. Wir wechselten den Zeltplatz und ein Nachmittag voller Rast war eingeplant. Allerhand Reparaturen, aber auch nur im Schatten sitzen und lesen waren angesagt. Wir sahen uns die Routen für den nächsten Tag auf der Landkarte an. Immer Richtung Süden. Lüderitz sollte unser nächstes Ziel sein. Das Wetter zeigte sich wieder von seiner schönsten Seite und es machte uns wieder Spaß zu Radeln. Am späten Vormittag kam wieder Wind auf und durch den häufigen Richtungswechsel der Straße kam er von vorne oder auch schon mal von hinten. Da der Wind immer stärker wurde konnten wir über eine lange Ebene mit über 30 Stunden-Km auf Schotterwegen ohne größere Anstrengung radeln, doch wir büßten es nach der nächsten Kurve, wo der Wind von vorne kam, und ein großer Sandsturm lag vor uns. Ich wusste nicht recht was tun. Zum Glück flaute der Wind ab, die Fahrt war frei und der Weg führte uns an eine Tankstelle mit angeschlossenem Campingplatz. Der Süden ist touristisch mehr erschlossen als der Norden, deshalb gibt es auch mehr Campingplätze. Am nächsten Tag war das Ziel Helmeringhausen. Der Tag begann noch schöner als die vorherigen, denn der Wind reinigte die Luft vom Staub, der an windlosen Tagen hellgrau am Horizont zu sehen war. Doch heute war alles klar. Die Straße stieg langsam an, ein breites Tal, links und rechts Berge. Sei langem waren wieder Bauernhöfe entlang der Straße zu sehen, auch Kühe grasten am Straßenrand. Es war die erste gebirgige Etappe, den ganzen Tag ging es auf und ab, aber landschaftlich reizvoll. Jedesmal wenn wir meinten wir wären am höchsten Punkt und fuhren abwärts, ging es gleich wieder bergauf. Helmeringhausen, der Name ein Überbleibsel der ehemaligen Deutschen Kolonie, war ein Dorf mit drei Häusern. Ein Hotel, ein Geschäft und eine Tankstelle mit Campingplatz, den wir genossen denn so konnten wir zumindestens abends Duschen. Dies war angesichts der staubigen Straßen nicht schlecht. Die Füße waren teilweise rot gefärbt. Im Hotel genossen wir das Abendessen. Am Morgen beim Starten waren beide Reifen meines Rades platt. Ich ärgerte mich, denn zudem war es auch noch sehr kalt. Die Zeltplane war mit einer Eisschicht bedeckt. Nach erfolgter Reparatur brachen wir dann auf und ich achtete penibel darauf, nicht zu sehr am Rande der Straße zu fahren, denn der war übersäht von langen Dornen. Kurz nach Helmeringhausen trafen wir an der Straßenkreuzung die Entscheidung, nicht direkt nach Lüderitz zu radeln, sondern über Bethanie nach Goageb zur Hauptstraße zu fahren. Dort hatten wir später die Optionen offen. Die Landschaft wurde offen und flacher, doch zu unserem Bedauern setzte wieder leichter Wind ein, und zwar Gegenwind. In der Ebene ist dieser absolut fatal, da er immer gleichmäßig bläst und er mit der Zeit auf das Gemüt schlägt. In Bethanie löste dieTeerstraße den Schotter ab, der uns teilweise zu schaffen machte, da er von sandig, tief, wellblechartig bis hart war. Der Rücken schmerzte nach fast 900 Km. Es war herrlich auf Teer zu radeln. In Bethanie machten wir einen Stopp und sämtliche Kinder des Dorfes betrachteten unsere Räder. Kurz vor Goageb schlugen wir unser Nachtquartier auf und planten unser nächstes Ziel. Da wir noch Zeit hatten beschlossen wir, zum Fish River Canyon zu radeln, dann nach Keetmanhoop und von dort mit dem Zug zurück nach Windhoek. Doch am nächsten Tag die Ernüchterung. Der Wind erschwerte uns das Weiterkommen, sogar auf der Teerstraße. Nur zwei Wochen zuvor radelten wir Richtung Meer und hatten Gegenwind. Nun Richtung Osten und wieder starker Gegenwind. Nach ca. 60 km unter enormen Strapazen erreichten wir Seeheim. In der Landkarte als größere Ortschaft vermerkt, in Wirklichkeit nur ein kleines Hotel. Wir setzten uns in die Cafeteria um etwas zu uns zu nehmen. Christine und auch ich waren sehr müde und auch der Wille war angeschlagen. Ich öffnete die Landkarte und berechnete noch einmal die Kilometer, die wir noch zu fahren hätten. Normalerweise rechne ich mit einem Durchschnitt von 100 KM pro Tag, doch bei diesem starken Gegenwind wird es sehr schwierig. Also ließen wir diese Variante offen. Wir blieben beim Hotel, wo wir auch unser Zelt aufschlagen konnten. Am Abend an der Bar ging es dann feucht fröhlich zur Sache. In der Runde von weißen einheimischen Jägern, die uns sehr viel über ihr Land erzählten, natürlich alles aus ihrer Sicht gesehen, war es sehr unterhaltsam.

Am nächsten Tag fuhren wir nach Keetmanshoop. Bis dorthin war es nicht mehr sehr weit. Eine gottverlassene Stadt, dreckig und nicht sehenswert. Am Bahnhof erkundigten wir uns über den Zugfahrplan. Wie es sich herausstellte, hatte es auch etwas Gutes, nicht zum Fish River Canyon gefahren zu sein, denn dies hier war die letzte Verbindungsmöglichkeit nach Windhoek. Der Entschluss,nicht mit dem Rad nach Windhoek zu fahren, ergab sich von selbst. Die Straße war die Hauptverkehrsader im Lande und wurde von sehr vielen Lastwagen befahren. Christine buchte den Zug für den nächsten Tag. Wir brachen gleich zu einem Campingplatz ca. 20 Km östlich von Keetmanshoop auf. Wieder wurde die Piste recht staubig. Nahe dem Campingplatz liegt ein Naturdenkmal, der Köcherbaumwald. Es sind eigentlich keine Bäume, sondern große Aloen, die bis zu sechs Meter hoch werden. Am Nachmittag fütterte der Eigentümer seine Geparden. Auf seinem Grundstück hatte er viele Tiere, unter anderem auch eine große Familie von Erdmännchen. Der Sonnenuntergang hinter dem Köcherbaumwald war einzigartig. Von Keetmanshoop wäre es nicht mehr weit nach Südafrika gewesen. Östlich davon breitet sich die Kalahari aus. Der Zug startete erst am Abend und wir schlugen die Zeit in Keetmanshoop mit Essen und Lesen tot. Es war wie eine Volksfeststimmung auf dem Bahnhof, mit sehr vielen Leuten, die sich dort aufhielten, nur um sich das Treiben anzuschauen. Dies war zweimal pro Woche ein Höhepunkt in dieser kleinen Stadt. Der Zug war für 400 Km die ganze Nacht unterwegs und es war ein richtiges Abenteuer, damit zu fahren. Man konnte nur hoffen, irgendwann in Windhoek anzukommen. Von dort unternahmen wir noch eine dreitägige Safari in den Etosha Nationalpark. Aber das ist eine andere Geschichte. Unsere Radreise war somit beendet.

Roadbook

  • 03.08.2004 vom Flughafen nach Windhoek 50 KM
  • 04.08.2004 Windhoek bis kurz nach Okahandja 99 KM
  • 05.08.2004 über Karibib nach Usakos 122 KM
  • 06.08.2004 Usakos bis kurz vor Swakopmund 122 KM
  • 07.08.2004 Swakopmund 25 KM
  • 08.08.2004 über Walvis Bay in den Namib Naukluft Park 50 KM
  • 09.08.2004 bis zum Vogelfederfelsen 40 KM
  • 10.08.2004 Campingplatz vor Kuiseb-Paß 79 KM
  • 11.08.2004 über Kuiseb-Paß bis Solitaire 102 KM
  • 12.08.2004 Solitaire nach Sesriem 82 KM
  • 13.08.2004 Aufenthalt Sossusvlei 0 KM
  • 14.08.2004 Sesriem nach Betta 135 KM
  • 15.08.2004 Betta nach Helmeringhausen 101 KM
  • 16.08.2004 über Bethanie bis kurz vor Goageb 104 KM
  • 17.08.2004 Goageb nach Seeheim 68 KM
  • 18.08.2004 Seeheim nach Keetmanshoop/Köcherbaumwald 65 KM
  • 19.08.2004 Keetmanshoop 28 KM
  • 20.08.2004 mit dem Zug nach Windhoe

Bergzeckn

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