Von Andreas Giuliani und Alexander Schmid – August 2005
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| Kirghisien Radreise |
Unser heuriges Ziel hiess Kirgisistan. Reiseliteratur und dementsprechende Infos sind schwer zu finden. So mussten auch wir generelle Infos aus dem Lonely Planet, Central Asia, entnehmen. Wir besorgten uns eine kirghisische Stassenkarte und anhand der planten wir unsere Radreise, die uns 3 Wochen um den Issy Kulsee führen sollte. Wir buchten einen Flug mit Aeroflot, von München über Moskow nach Bishkek. Für italienische Staatsbürger ist ein Visum notwendig, das per Post in Genf ( Schweiz ) in der kirghisischen Botschaft angefordert werden kann. Unsere Reise mit dem Fahrrad begann direkt am Flughafen. Nachdem wir die Fahrräder am Parkplatz des Flughafens zusammengestellt haben sind wir die 30 km in die Haupstadt Bishkek geradelt. Nach erste Verständigungsschwierigkeiten in der russischen Sprache, sind wir zum kirghisischen Infocenter gelangt. Dort haben wir ein Permit für die Zone um Enghilchek angefragt ( Mindestdauer der Berarbeitung 3 Tage, Preis 10 US Dollar ), welches wir dann später in Karakol abholen konnten. Gegen unseren ursprünglichen Plan entschlossen wir noch am selben Tag Richtung Issy Kulsee weiter zu radeln.
09.08.2005
Die erste Etappe fùhrte uns vom Flughafen in Bishkek nach Tokmok, wobei die Stasse aus ewig langen Geraden besteht, mit sehr starken (stinkigem) Verkehr. Circa 200 mt vor Tokmok haben wir auf rechten Seite bei einem kleinen Bach das Zelt aufgestellt. In Tokmok haben wir Proviant gekauft. Temp. beim radeln ca. zwischen 35 – 40°C, aber sehr trocken.
10.08.2005
Die zweite Etappe sollte uns an den Issy Kul See führen. Die ersten 50km waren eine sehr lange, gerade Strecke, dann circa 20km durch eine Schlucht ( auf und ab ) bis man aufs Issy Kul Hochplateau gelangt. Am See angelangt ( umgeben von kirghisischen Badegäste, die uns blöd anstarrten ) machten wir unseren ersten Schwattler. Gezeltet haben wir etwas ausserhalb von Balykchy am Stand. Unruhige Nacht, da andauernd besoffene Jugendliche an den Strand kamen.
11.08.2005
Gemütlichere Etappe der Küste entlang, mehrmals an den Stränden angehalten, da diese laut Lonely Planet sehenswürdig sind.Unserer Meinung nach sind die Strände eher langweilig und sehr verschmutzt. In Cholpon Ata, Hochburg für russische und kasakische Touristen, haben wir Proviant eingekauft und sind schwimmen gegangen. Es war unmöglich einen Zeltplatz am Strand zu finden, da die Küste von Resorts besetzt ist. So haben wir unser Zelt in Dunkelkeit in einem Kornfeld aufgestellt.
12.08.2005
Nach Cholpon Ata wird der Verkehr weniger, da keine die Touristenresort mehr vorhanden sind. Ab Ananeco ( wo wir in der einzigen Pude gespeist haben ) wird das Panorama sehr interessant. Man fährt durch kleine Dörfer ( die sich entlang der Strasse befinden ) mit den typischen kirghisischen Bauernhöfen. Wollten nur bis Typ fahren, da aber in Tüp das Wetter sehr schlecht aussah und es dort keine Betten im Trockenen gab, entschlossen wir uns nach Karakol weiter zu fahren. Vor Tüp und zwischen Tüp und Karakol gibt es schöne Zeltmöglichkeiten. In Karakol ( Ausgangspunkt verschiedener Trekkingsunternehmen ) haben wir im Guesthouse Neofit eine nette Unterkunft gefunden ( 500 Som fùr ein Doppelzimmer ).
13.08.2005
Permits fùr Englichek abgeholt und etwas relaxt!
14.08.2005
Aufbruch Richtung Englichek, erster wolkenloser Tag in Kirgistan. Ca. 40km bis Ak-Bulung, eher ebene Strasse, aber in schlechtem Zustand. Dort fängt eine steile Strasse an, bis auf ca. 2760mt, wo sich ein breites Tal öffnet. Dieses Tal besteht aus weiten Almwiesen mit Bauernyurten, die Viehzucht haben. Wunderschönes Panorama. Am Ende von diesem Tal biegt die Strasse links bergauf ab. Auf ca. 3400mt und ca. 8km vor dem Pass haben wir auf einer Wiese, neben einem Bach, unser Zelt aufgebaut. Um 20.00 Uhr abends war eine Aussentemperatur von 0°C.
15.08.2005
Morgens letzte km bis zum Pass hinauf, sehr schöner Ausblick. Die Abfahrt bis nach Englichek, ca. 60 km ( 1100 – 1200 Höhenmeter ) ist durch eine karge Landschaft gekennzeichnet. Es gibt dort keine Möglichkeit Proviant einzukaufen oder etwas zu essen. Nach der Passkontrolle in Englichek ( altes verfallenes Industriezentrum ) sind wir ca. 16 km Tal reinwärts geradelt, bis zum Trekkingcamp Maida Adyr ( wo auch nächste Passkontrolle ist ). Da das Wetter schlecht wurde, haben wir entschlossen dort in einem Zelt zu übernachten und dort zu essen. Insgesamt für Abendessen+Übernachtung+Frühstück haben wir 24 USD für 2 Personen gezahlt, eher teuer für kirghisische Verhältnisse!
16.08.2005
Nach nährhaftem Frühstück sind wir Tal reinwärts gestartet, Richtung Gletscher. Sandstrasse und loser Schotter mit ständigem auf und ab ( sehr anstengend ). Sind nach ca. 20km bei letztem mit Jeep erreichbaren Trekkingcamp angelangt, sind ca. 2km weitergeradelt. Von dort aus haben wir den Ausblick genossen und dann zum Trekkingcamp Khan Tengrin zurück wo wir mittag gegessen haben ( sehr gut,aber auch sehr teuer ). Da sich Gewitter ankündigten entschlossen wir nach Englichek zurückzufahren und wollten auch noch ein Stück Richtung Pass hinauf fahren, da aber starker Regen einsetzte blieben wir bei einem verfallenen Kondominium der Bergwercke stehen. Im Kondominium auf Appartment Nr. 47 stellten wir unser Innenzelt ( wegen hygienischen Gründen ) auf. Durchnässt legten wir uns sofort in unseren Schlafsack.
Unsere ursprünglich geplante Route von Englichek über mehrere Pässe nach Barkoons war nicht durchführbar, da Muren nach dem strengen Winter mehrere Brücken weggetragen haben. Eine Alternativroute von Englichek entlang der kazachischen Grenze bei Koolü hinein, war wegen dem schlechten Wetter und mangelhaftem Proviant auch nicht möglich.
17.08.2005
Temperatur am morgen 8°C und es fing bereits an zu nieseln, vor uns wieder die Rückfahrt über dem Chonashu Pass. Hätten gerne eine Mittfahrtgelegenheit akzeptiert ( da es eher stark regnete ) sind aber den ganzen Tag keinem Fahrzeug begegnet. Mussten somit die Zähne zusammenbeissen und durch starken Wind, Regen und zum Schluss starken Schneefall den Pass mit Rad überwinden. Oben angelangt träumten wir von einem warmen Bett und einer warmen Mahlzeit. So beschlossen wir bis Karakol durch zu halten ( es regnete bis Karakol ).
18.08.2005
Ruhetag, Sachen waschen und trocknen lassen.
19.08.2005
Aufbruch von Karakol um entlang der Südküste wieder nach Bishkek zurück zu kehren. Ca. 17 km nach Karakol sind wir links abgebogen und ein Tal hineingefahren bis nach Jeti Oguz. Jeti Oguz ist eine interessante aus rotem Sandstein bestehende Landschaft. ( Karakol – Jeti Oguz ca. 33km )Dann radelten wir weiter Richtung Tamga, die Küstenlandschaft ist sehr schön ( 20 mal schöner als andere Seite, auch wenn diese Seite vom See vom Lonely Planet wenig beschrieben wird ). Es sind sehr schöne menschenleere Strände vorhanden. In Tamga sind wir schwimmen gegangen und haben dort in der Nähe am Stand gezeltet.
20.08.2005
Wegen Übelkeit ( Abendessen in Yurta ) kurze Etappe und am Strand relaxt, wo wir auch geschlafen haben.
21.08.2005
Von Tong ziehen wir bis 25km nach Balykchy ( Richtung Tokmok ) durch,vobei ein kleiner Pass von 2200mt zu überwinden war. Anfangs fuhren wir noch bei schönen Stränden vorbei, aber der Grossteil der Strecke führte ins Landesinnere. Haben neben einem Fluss gezeltet und unsere Vorfeude auf selbstgekochte Nudeln wurde durch einen Defekt am Benzinkocher zerstört. So stand auf dem Tagesmenu Brot mit Olivenöl und als Nachtisch M&Ms.
22.08.2005
Vermeintlich leichtere Etappe zurück nach Tokmok wird durch starkem Gegenwind und schlechtem Wetter zu einer Qual. Nach einem Rast in Tokmok beschlossen wir ( wieder wegen schlechten Wetter )bis nach Bishkek durch zufahren. Übernachtung im MBA Business Center Hotel ( 450 Som Doppelzimmer ).
23.08.2005
Ausflug in den Ala Archa nat. Park, wo wir ein paar Tage verbringen wollten ( dort sind schöne trekking Tagestouren möglich ). Beim Alplager auf 2119mt ( bis hierher schöne Strasse ) schöne Zeltmöglichkeiten, jede Menge Feuerstellen, aber sehr dreckig,da die Gegend am Wochenende ein beliebtes Ausflugsziel fùr Bewohner von Bishkek ist. Neben Bach am Alplager gezeltet.
24.08.2005
Bereits morgens schaut das Wetter sehr schlecht aus. Ca. 1 Std später fing es an zu regnen und es wurde kalt ( keine Wetterbesserung in Aussicht ). Um den Tag nicht im Zelt zu verbingen, beschlossen wir nach Bishkek zurück zu kehren.Wo wir uns für die nächsten Tage im MBA einquartierten.
25.08.2005
Tagesausflug ins Alamedintal. Ahnliches Tal wie Ala Archa nur weniger Touristen, aber Unterkünfte viel schöner.
26.08.2005
Bishkek angeschaut, vorallem den Oshbazaar, wo man auch günstig Souveniers kaufen kann.
27.08.2005
Regentag in Bishkek, abends zum Flughafen geradelt. Um 18.00 Uhr in Bishkek gestartet mit Regen und 11°C ( graussig ). Am Flughafen Fahrrad abgebaut und dann dort geschlafen.
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