Bergzeckn Südtirol

Ladakh Radreise – Indien

Von Andrea Giuliani und Alexander Schmid – August 2004

Bericht

09/08

Ankunft in Dehli um 3.30 Uhr. Bis 8.00 Uhr im Flughafen geschlafen, dann mit Stadtbus zum Busbahnhof, von wo wir um 18.00 Uhr den Bus nach Manali genommen haben.

10/08

Um 10.00 Uhr morgens – nach heisser Busnacht – in Manali angekommen (16 Std Fahrt ). Von dort mit einem Taxi nach Old Manali gefahren (befindet sich auf einem Hügel). Dort nettes Guest House gefunden – Tourist Nest Guest House. Rad zusammen gebaut und den Radkarton dort gelassen für Leute, welche die Radtour in die andere Richtung machen.

11/08

Ruhetag und Proviant eingekauft. Gehört, dass die Strasse Richtung Leh über den Rothang La Paß wegen mehreren Murenabgängen gesperrt ist…tolle Aussichten!

12/08

Start um 6.00 Uhr, Strasse oft unterbrochen wegen Murenabgängen. Teilweise durch tiefen Schlamm geradelt – sehr anstrengend! Fast bei jedem Teehouse Teestop gemacht. Anstrengung und Durst waren groß. Um 14.00 Uhr am Pass (Rothang La) angekommen. Hier war es windig und frisch; so sind wir nicht lange stehen geblieben und hinunter bis zur Abzweigung nach Spitivalley gefahren. Dort Dalbat gegessen. Dann ein paar Kilometer weiter nach Khoskar –wo wir die erste Passkontrolle hinter uns brachten. Hier haben wir neben einem Fluss gehalten und das Zelt aufgestellt (3070mt).
83,45 km und 2080 Höhenunterschied

13/08 Khoksar – Patseo

Gegen 8 Uhr nach Frühstück und Wasserfiltern gestartet. Strasse bis Dorf Tandi ging immer auf und ab, Landschaft war noch grün und man sah noch ein paar Gletscher. Von Tandi ging es weiter bis Keylong, wo wir auch etwas gegessen haben (Dahlbat – Ciabatti und Tee).Wollten nur bis Darcha, um dort im Flussbett zu schlafen, hatten aber Angst wegen Hochwasser, sind somit weiter gefahren. Das Gelände rundherum war steil so mussten wir noch 16 km bergauf fahren, um endlich in Patseo (3750 mt) einen flachen Schlafplatz zu finden. Patseo ist eigentlich ein Militärplatz, haben etwas ausserhalb der Militärstation unser Zelt aufgestellt. Es war fast finster, 18.30 Uhr, so haben wir uns schnell abgewaschen (sehr kalt) und etwas gekocht. Haben uns dann gleich in den warmen Schlafsack verkrochen.
89 km und 1600 Höhenunterschied

14/08 Patseo – Sarchu

Wecker um 6.00 Uhr, jedoch bis wir startbereit waren wurde es 8 Uhr. Beim Militärposten Zing Zang haben uns die Soldaten einen Chai spendiert. Von dort aus führt ein ewiger Schotterweg, der von kleinen Bächen durchquert wird, bis zum Baralacha La (Pass) auf 4890 mt hinauf. Dort eine Weile das Panorama bewundert. Die karge Landschaft, typisch für Ladakh, fängt hier an. Nach circa 5 km Abfahrt sind wir bei Zelten stehen geblieben. Hier wird für Touristen Essensproviant verkauft. Wir haben dort gerastet und gegessen. Später sind wir bei einem kleinen See vorbei gefahren und im Sarchutal gelandet. Neben dem Militärplatz Sarchu (4280 mt), nach Passkontrolle vor Brücke etwas abseits der Straße haben wir unser Zelt aufgebaut. Gleich wurden wir von Militärs und Postleuten umzingelt, die uns Ratschläge gegeben haben über den Zeltplatz. Die Postleute haben uns in ihre Blechbaracke eingeladen einen Tee zu trinken.
64 km und 1162 mt Höhenunterschied

15/08 Sarchu – Pang

Am Anfang radelten wir für zirka 24 km auf einer schönen Strasse entlang dem Fluss. Mondartige Landschaft mit vielen Seitentälern. Dann fing eine Serpentinenstrasse (21 Kata Loops) an. Auf 4800 mt dachten wir, dass der Pass erreicht wäre, mussten aber wieder auf 4670 mt runter und auf den effektiven Lachanlang La 5065 mt hinauf. Es war eine sehr steile und anstrengende Auffahrt, mit Schotter und Asphalt gemischt. Auf dem Pass war der Asphalt, wegen der Hitze und Höhe, so weich, dass wir mit den Schuhen eingesunken sind. Haben ein paar Fotos gemacht, etwas getrunken und sind dann wieder weiter. Die Strasse nach unten führte durch eine enge Schlucht, sehr schön, aber auch sehr schlechte Strasse. Auf Halbweg nach unten haben wir Schüttelbrot mit Kaminwurz gegessen, ein Genuss! Sind dann bei engen Erdpyramiden vorbeigefahren. 1 km nach Pang und einer weiteren Passkontrolle, haben wir neben einem Bach unser Zelt aufgestellt, auf 4630 mt.
78,61 km und 1165 Höhenunterschied

16/08 Pang – Angkung ( kurz vor Puga )

Am Morgen waren es +5° im Zelt. Nach 200 Höhenmeter waren wir auf der Moore Ebene angelangt, welche ein circa 35 km langes Hochplateau ist. Es ist eine sehr schöne Landschaft mit vielen Talabzweigungen. Fast am Ende der Moore Ebene, circa 29 km vor dem Taglang La, geht rechts eine Abzweigung nach Tsokar weg ( nur eine Sandpiste, keine richtige Strasse ). Dieser Sandstrasse sind wir bis zum Salzsee Tsokar gefolgt. Haben den See linker Hand umfahren, 15 km rauf und runter, auf tiefer Sandstrasse ( es wird gerade eine neue Strasse gebaut ). Am Ende vom See links ein Tal hinaufgefahren, bei Nomadenzelten vorbei, bis zum Polo Kongka Pass 4920 mt. Vom Pass eine Schotterstrasse hinunter bis zu Angkung ( eine Buddistische Schule ).Gleich danach neben einem Bach auf einer schönen Wiese das Zelt aufgebaut und etwas gekocht. War ein mühsamer Tag; sehr anstrengend, im Sand zu fahren. Wir hatten keinen Permit für Tso Moriri Lake.
92,2 km und 766 mt Höhenunterschied

17/08 Angkung – Tso Moriri Lake

Wecker 6 Uhr. Beim Frühstück ist neben uns eine Herde Jak vorbei. Nach 1 km sind wir bei den heissen Quellen von Puga vorbei (sind nur Schwefelablagerungen ). Im Dorf Puga befindet sich die Abzweigung zur Mahebrücke oder zu den Seen. Wir sind rechts zu den Seen gefahren. Nach 10 km Schotterweg sind wir zum Namshang La auf 5050 mt gelangt. Von dort runter zum Thazand Guru See – sehr schönes Panorama. Von hier aus sieht man die Berge von Tibet. Die Strasse um den See war eine Wellblechpiste, sehr mühsam mit dem Rad. Wieder rauf auf 4950 mt und dann endlich runter zum Tso Moriri Lake. Am See hat es begonnen zu regnen und es war auch sehr kalt. Wir hatten keinen Permit und etwas weiter wäre eine Kontrolle gewesen, so sind wir ein paar km zurückgefahren und haben dort neben Flussbett gezeltet. Haben etwas gekocht und sind dann wegen dem Regen ins Zelt. Die Nacht hat es auch etwas geschneit. Geschlafen auf 4790 mt.
47,53 km und 582 mt Höhenunterschied

18/08 Tso Moriri Lake – Gaike (100 km vor Leh)

Es hat fast die ganze Nacht durchgeregnet und auch etwas geschneit, aber zum Glück hat es kurz vor unserem Start aufgehört. Sind den Weg bis Puga wieder zurück und von dort bis zu Mahebrücke. Vom Namshang La bis zur Brücke sind es 14 km fast immer abwärts. Von der Mahebrücke aus bis Leh ist eine 160 km lange Asphaltstrasse. Die Strasse führt den Indus entlang, es geht aber immer auf und ab. Man sieht jetzt wieder sehr viel Militär, weil wir an der Grenze zu China sind. Bei einem Posten haben sie uns aufgehalten und nach dem Permit gefragt. Da wir es nicht hatten mussten wir die längste Zeit handeln, konnten dann aber trotzdem wieder weiterfahren. Haben 100 km vor Leh unser Zelt aufgestellt. Mussten es neben der Strasse aufstellen, da alle schönen und flachen Stellen von der Armee besetzt waren. Geschlafen auf 4150 mt.
104,54 km und 631 mt Höhenunterschied

19/08 Gaike Leh

Die Strasse nach Upshi war schön, das einzige Strenge war der Gegenwind. In Upshi fing der Verkehr und der Massentourismus an. Ab Upshi wird die Landschaft wieder etwas grüner.. Vor Leh geht es noch einen Stich aufwärts .In Leh haben wir uns gleich wegen einer Unterkunft umgesehen. Sind im Oriental Guest House gelandet, sehr sauber und nette Leute. Nach Tagen endlich wieder einmal eine warme Dusche. Leh liegt auf 3500 mt.
105,40 km und 390mt Höhenunterschied.

20/08 + 21/08 Leh

Haben uns ausgeruht und Leh besichtigt. Mussten unseren Rückflug von Leh nach Dehli bestätigen. Haben uns auch einen Permit für Khardung La besorgt. Um einen Permit zu bekommen, müssen min. vier Leute aufscheinen.

22/08 Leh – Khardung La – Leh

Sind eher spät gestartet. Ein Engländer, namens Ches, ist mit uns raufgefahren, ist dann nach Nubra Valley weiter. Man musste vor 10 Uhr den Checkpoint passieren, da die Strasse ab Halbweg nur ONE WAY ist. Die Strasse bis dorthin war recht bequem zu fahren und nicht so steil. Ab dem Kontrollposten ( 14 km vor Pass ) wurde die Strasse immer steiler. 8 km vor dem Pass war die Strasse voller Löcher. Wegen der Höhe haben wir auch einen schweren Kopf bekommen. Auf dem Pass war es windig und kalt, waren froh warmes Wechselzeug dabei zu haben. Die Abfahrt war sehr schön und rasant, da wir keine Radtaschen dabei hatten. Eine Federgabel wäre nicht schlecht gewesen!! Der Khardung La ist 5605 mt hoch, unsere Höhenmesser haben 200 Höhenmeter weniger angezeigt.
76,03 km und 2000mt Höhenunterschied.

23/08 Leh

Wieder einen Ruhetag eingesetzt und beschlossen, dass wir noch genügend Zeit haben uns einige Klöster und Lamayuru mit dem Fahrrad anzuschauen.

24/08 Leh – Likir – Nurla

Start 8 Uhr. Gleich nach Leh, Richtung Lamayuru, ist alles eine Militärzone. Die Landschaft ist sehr karg, aber sehr schön, mit all den Seitentäler und kleinen grünen Oasen mit Klöstern. Die Strasse bis Likir hatte zwei Anstiege. Bevor man Saspol hinunterfährt, geht rechts bei einem Lehmkiosk eine neue Asphaltstrasse nach Likir weg. Das Kloster in Likir ist sehr schön, mit einer grossen Buddhastatue. Von dort sind wir weiter nach Nurla; von der Abzweigung bis zu Saspol sind es circa 8 – 9 km und 500 Höhenmeter runter. In Nurla haben wir uns ein Guesthouse ( Little Tibetan ) genommen.
99,3 km und 1245 mt Höhenunterschied

25/08 Nurla – Lamayuru – Alchi

Am Morgen hat es etwas geregnt. In Khalatse ist es wieder warm geworden und es hat aufgehört zu regnen. Bis nach Lamayuru gibt es zwei Strassen: eine Serpentinenstrasse und die Moonvalley Strasse. Normalerweise muss man, laut Militär, auf der Serpentinenstrasse hinauf- und durch die MOONVALLEY runterfahren, weil es sich um eine sehr enge Strasse handelt und viele Kamions nach Kashmir fahren. Mit dem Rad durften wir sowohl rauf als auch runter durch die Moonvalley – sehr schöne Mondlandschaft. Neben uns waren die Berge weiss aufgrund des Schneefalls der letzten Nacht. Die Moonvalley Strasse ist 12 km lang und eher steil.Lamayuru liegt auf 3550 mt. Haben dort das Kloster angeschaut – sehr schön und super Ausblick auf das Tal. Dann sind wir wieder nach Khaltse zurück und von dort weiter Richtung Saspol. Kurz vor dem Ort biegt man bei der Brücke rechts ab und kommt nach Alchi. Alchi ist ein netter Touristenort. Haben dort auch das Kloster besichtigt und einen Platz zum schlafen gesucht, da es wieder zu regnen anfing. Lotsava Guest House, sehr einfach und sauber.
93,76 km und 1445 mt Höhenunterschied

26/08 Alchi – Leh

Haben es uns gemütlich gemachtm, da die Etappe recht einfach war. Von der Brücke aus bis zur Abzweigung nach Likir war ein Aufstieg. Von dort runter bis Nummie, dort etwas gegessen und dann wieder rauf auf einen Pass. Die Strasse von dort geht bis ca 10 km vor Leh abwärts, wo dann der letzte Anstieg bis nach Leh kommt.
70,65 km und 1323 mt Höhenunterschied

27/08 Leh

Gerastet. In Leh alles geschlossen wegen einem Generalstreik. Vor einigen Jahren wurden bei einer Kundgebung gegen das Militär drei Ladakhi getötet, so wird jedes Jahr zur Erinnerung gestreikt. Gegen Abend hat wieder alles geöffnet, auch der Markt, so haben wir Packmaterial für das Fahrrad gekauft.

28/08 Leh – Hemis – Thiksey – Leh

Von Leh aus sind wir Richtung Stok gefahren. Stok liegt auf der anderen Flussseite. Von dort aus geht eine Nebenstrasse nach Hemis. Die Strasse ist zwar wenig befahren, aber nicht in optimalem Zustand. In Hemis haben wir das grösste Kloster von Ladakh besichtigt, wo auch jedes Jahr ein Festival stattfindet.Von dort aus sind wir über dem Fluss auf die andere Talseite gefahren und der Hauptstrasse entlang nach Thiksey zurück. Thiksey ist das meisst besuchte Kloster, liegt auch an einem schönen Platz. Von dort aus sind wir wieder nach Leh zurück geradelt.
88,18 km und 856 mt Höhenunterschied

29/08 Leh

Hatten Glück, weil gerade an dem Morgen im Guest House Engländer angekommen waren, die mit dem Fahrrad die Runde umgekehrt fahren wollen, so haben sie uns die Radkartone geschenkt.

30/08 Leh – Dehli

Am Morgen mit Taxi zum Flughafen, dort fünf mal Gepäck und Passkontrolle über uns ergehen lassen und um 8.00 Uhr gestartet. Der Flug zahlt sich aus, man fliegt über die Berge von Ladakh, sehr schöne Aussicht, muss nur hoffen das Wetter passt. Am Flughafen angekommen haben wir ein Taxi genommen und uns zum internationalen Flughafen fahren lassen. Dort haben wir in einer Art Garage (Gebäckdepot) unsere Fahrräder und etwas Gebäck hinterlassen. Von dort sind wir mit dem Bus nach Dehli und im Viertel Paharganj eine Schlafunterkunft gesucht. Dehli ist sehr heiss im Vergleich zu Ladakh.

31/08 Dehli

Morgens Stadt und Sehenswürdigkeiten besichtigt (chaotische Stadt) und gegen Abend mit Bus zum Flughafen gefahren. Am nächsten Morgen um 3.00Uhr ging unser Flug nach Hause.

Passende Touren:

  1. Kirghisien – Radreise
  2. Pakistan – China Radreise
  3. Radreise China – Sichuan
  4. Radreise Sibirien – Baikalsee
  5. RADREISE GHANA UND TOGO
Dieser Beitrag wurde am Freitag, 13. August 2004 um 14:26 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Reiseberichte abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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