Bergzeckn Südtirol

Radreise Uganda, Ruwenzori Trekking

Montag, 17. November 2008 von Armin

Uganda August/September 2008 von Armin und Gina.

Heuer wollten wir mal einen etwas anderen Urlaub machen. Wir fuhren nach Uganda um dort den 3. höchsten Berg Afrikas, den Peak Margherita im Ruwenzori-Gebirge zu besteigen. Aber das Rad fahren wollten wir deswegen auch nicht ganz weglassen.
Also beschlossen wir von Kampala/Entebbe, welche die Hauptstadt von Uganda ist, mit dem Fahrrad, bepackt mit Pickel, Steigeisen und Bergschuhen, zu starten. Wir hatten ca. eine Woche Zeit um über Fort Portal nach Nyakalengija / Ibandazu radeln, wo sich der Ausgangspunkt der Trekkingtour und auch das Basislager der RMS-Organisation, über welcher wir die Tour buchten, befand. Nach einem Ruhetag ging es dann endlich los für unsere 7 bis 8 tagelange Trekkingtour. Die Tour führte uns durch Regenwald, durch riesige Sumpfgebiete bis hin zu Steinfelsen und Gletscher. Die Tour war durch das ewige Wandern im Sumpf, Regen und Kälte, und fast vier Tage über 4.000 m, doch etwas anstrengend.
Wir hatten mit dem Wetter aber recht viel Glück und konnten den Gipfel problemlos erklimmen.
Nach einer Woche in den Bergen war die Lust mit dem Fahrrad wieder weiterzufahren sehr groß. Es ging nun von einer Gletschertour direkt zur Livesafari mit dem Fahrrad mit Büffeln, Elefanten und Nilpferden. Wir besuchten den Queen Elisabeth Nationalpark und den Lake Mburo Nationalpark und überquerten das erste mal den Äquator. Wir hatten wieder eine Woche Zeit um zum Ausgangspunkt Entebbe/Kampala zurück zu fahren.
Wir machten insgesamt 1030 KM und 9.560 HM mit dem Fahrrad und ca. 4300 HM zu Fuß.

Radreise Uganda 2008

RADREISE GHANA UND TOGO

Donnerstag, 17. August 2006 von Armin
Radreise Ghana und Togo

von Christine Nagler und Armin Tschager

vom 19.08.2006 bis 12.09.2006

INFO:

Banken nur in größeren Ortschaften

Nahrungsmittel vorallem Obst entlang der Straßen zu erhalten

Sehr viele Polizeikontrollen entlang der Straßen

Hotels in jeder etwas größeren Ortschaft

ROUTEBOOK :

Accra – Atimpoku : KM 99 – HM 378

Atimpoku – Kluoto (Togo) : KM 137 – HM 1161

Kluoto – Atakpamè (Togo) : KM 114 – HM 800

Atakpamè – Kadjebi (Ghana) : KM 105 – HM 1471

Kadjebi – etwas vor Domanko : KM 139 – HM 917

Domanko – Yendi : KM 115 – HM 677

Yendi – Tamale : KM 119 – HM 396

Tamale – Dawadawa : KM 141 – HM 275

Dawadawa – Kintampo : KM 65 – HM 292

Kintampo – Kumasi : aus Gesundheitsgründen Bustransfer

Kumasi – Lake Bosumtwi : KM 39 – HM 380

Lake Bosumtwi – Obuasi : KM 75 – HM 812

Obuasi – Twifo Praso : KM 122 – HM 768

Twifo Praso – Kakum Nationalpark – Cape Coast : KM 76 – HM 435

Cape Coast – Elmina – Brenu Beach – Cape Coast : KM 60 – HM 158

Cape Coast – Winneba : KM 97 – HM 338

Winneba – Agona Swedru : KM 25 – HM 172

Agona Swedru – Aburi : KM 85 – HM 1124

Aburi – Accra : KM 38 – HM 250

Namibia Radreise

Freitag, 13. August 2004 von Armin

Von Armin Tschager und Christina Nagler – August 2004

Bericht

Namibia Radreise

Der Morgen war wunderschön und sehr kühl als wir aus dem Flugzeug ausstiegen. Es ist Anfang August und Winter in Namibia. Es ist trotzdem eine gute Zeit für eine Fahrradreise, da es während des Tages nicht allzu heiß wird, zumindest für afrikanische Verhältnisse. Nach Erhalt des Gepäcks und nötigen Zollformalitäten machte ich mich daran die Räder, die wir in Kartone gepackt hatten, zusammen zu bauen. Nach ca. 1,5 Stunden waren wir bereit für unsere dreiwöchige Reise durch Namibia. Der Vorteil eines so provinziellen Flughafen besteht darin, dass man vom Flugplatz direkt mit dem Rad losfahren kann. Es gibt in Namibia noch keine Autobahnen. Die erste Etappe führte uns nach Windhoek. Die Strecke von 45 km bewältigten wir relativ schnell, auch wenn ich bereits nach etwa 10 km schon zwei Platten hatte und zwar auf Grund der vielen Dornensträucher der Savanne. Zum Glück hatte ich eigene Einlagen gekauft, die zwischen Mantel und Schlauch montiert werden, um Luftdefekte durch Dornen zu vermeiden. Im Tourismusbüro holten wir uns die letzten Informationen über Namibia und radelten Nachmittags zum etwas entfernten Campingplatz, wo wir unsere erste Nacht verbrachten. Am Morgen hatten wir dann eine Ahnung wie kalt es im südlichen Afrika werden kann. Da der Tag in Namibia nicht sehr lang ist, brachen wir immer früh auf um die Zeit zu nutzen. Tageslicht gab es von ca. 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends. Nach morgendlichen 3 Grad stieg die Quecksilbersäule innerhalb kurzer Zeit auf über 20 Grad.Unser erstes Reiseziel war Swakopmund am Pazifischen Ozean. Wir hatten geplant Swakopmund in 4 Tagen zu erreichen. Von dort wollten wir dann nach Walvis Bay und weiter durch die Namib-Wüste über Solitaire nach Sossusvlei. Der erste Tag verlief ohne Probleme und wir konnten die landschaftlichen Schönheiten Afrikas in vollen Zügen genießen, vor allem weil die Hauptstraße nach Swakopmund geteert ist. Wir fuhren Richtung Norden und erreichten nach ca. 70 Km Okahandja, wo wir eine längere Rast einlegten, um uns von der großen Hitze zu erholen. Als wir wieder aufbrachen und die Fahrt Richtung Meer fortsetzten fing auch schon der Gegenwind an, nicht sehr stark, aber genug, dass wir uns frühzeitig nach einem Zeltplatz umsahen.

Die zweite Nacht verbrachten wir nahe der Straße im Busch auf einem Rastplatz. In Namibia gibt es nur in größeren Ortschaften Campingplätze oder sie sind so gelegen, dass sie für uns Radfahrer zu weit von der Hauptroute entfernt sind. Der morgendliche Ablauf von Zelt abbauen und Bepacken des Rades hatte sich bereits schon nach zwei Tagen eingependelt.. Wir kamen gut voran und weil wir nun schon ziemlich weit von Windhoek und größeren Ortschaften entfernt waren, sahen wir bereits immer mehr Tiere, und zwar Affen, Giraffen, verschiedene Antilopenarten und Warzenschweine. Es waren keine größeren Steigungen zu bewältigen und so kamen wir relativ gut voran. Wir hatten immer 5 Liter Wasser als Reserve dabei, denn dem Zufall darf man hier nichts überlassen. Christine hatte an diesem Tag einige Platten, da sich der hintere Mantel auf der Felge drehte und dabei die Ventile des Schlauches abriss. Wir kamen am Nachmittag in Usakos an, wo wir an einer Tankstelle ein größeres Geschäft fanden, das fast alles im Angebot hatte, was wir brauchen konnten. Dort kaufte ich eine Schachtel Klebematerial für Schläuche, da wir auf Grund unserer vielen Luftdefekte unseren Vorrat bereits fast aufgebraucht hatten.

Ich kaufte auch einen Reifen 26. und wollte ihn auf Christines Rad montieren. Da entdeckte ich, dass der Mantel zu groß war. Ich kontrollierte erneut die Aufschrift am Mantel, sie entsprach der Größe 26. Ich ging erneut in das Geschäft um den Mantel umzutauschen. Der Verkäufer sagte, dass dieser Mantel die richtige Größe wäre und dies in Namibia 26. wären. Ich antwortete, dass 26. überall 26. wären, wie hier, in Amerika oder bei uns. Wir lachten und erhielten das Geld wieder retour. Als ich das Rad wieder zusammengestellt hatte, war es schon fast dunkel und wir radelten nur mehr zu einem Campingplatz, der nicht weit von der Tankstelle entfernt war. Dort bekamen wir etwas zu essen und ein gutes kühles Bier.

Am nächsten Tag ging es steil bergauf und die Landschaft änderte sich abrupt. Immer mehr wich die Dornensavanne der Wüste, immer weniger Sträucher und Bäume, bis nur mehr Steine und Sand den Straßenrand säumten. Am höchsten Punkt des Passes sahen wir das Straßenstück, das vor uns lag, endlos bis zum Horizont gerade und leicht abfallend zum Meer hin Richtung Swakopmund. Doch dann die Ernüchterung. Starker Wind kam auf, so stark, dass wir mit einem kleinen Gang abwärts treten mussten. Allmählich ging mir die Kraft aus und ich erwägte bereits schon in Arandis, einem kleinen Dorf vonMinenarbeitern, wo wir Wasser bzw. irgendetwas zum Trinken kaufen wollten, den Tag zu beenden. Christine jedoch machte mir Mut und nach einer Rast ging es weiter, immer dem Wind entgegen. Nach 120 Km und einer Abfahrt von 1600 Hm, immer mit Gegenwind waren wir todmüde. Bereits bei eintretender Dunkelheit stellten wir bei der nächstbesten Raststätte unser Zelt auf. Die Strecke war nur mehr sehr kurz, aber mit diesem Gegenwind nicht mehr zu bewältigen. Aber am frühen Morgen waren wir schon in Swakopmund und konnten uns gleich eine Unterkunft mit Dusche suchen. Die Küstenstadt besteht aus vielen alten Gebäuden aus der Kolonialzeit und es wirkt noch heute deutsch. Wenn man durch die sauberen Straßen schlendert, möchte man meinen man ist in Deutschland, bei all den Straßencafe’ mit Schwarzwälder Kirsch und deutschem Brot. Wir verbrachten den ganzen Tag damit, letzte Einkäufe zu tätigen, darunter auch einen Mantel 26. für Christine. Im Nationalparkbüro meldeten wir uns für die Fahrt durch den Namib Naukluft Park an. Auch für die Campingplätze im Nationalpark musste hier bezahlt werden. Am Abend genossen wir noch ein gutes Essen, da wir nun für längere Zeit die Zivilisation verließen. Gleich hinter Swakopmund Richtung Süden beginnt die Wüste mit bis zu 400 Meter hohen Dünen aus feinem roten Sand. Das Wetter war klar. Normalerweise dringt dichter Nebel vom kalten Ozean in das Landesinnere und hält sich hartnäckig bis Mittag und nur selten gibt es im Winter klare Tage wie diese. Wir fuhren Richtung Walvis Bay. Es war Sonntag und und die ganze Hafenstadt war wie ausgestorben. Wir fanden noch ein offenes Geschäft, wo wir die letzten Lebensmittel einkaufen konnten und beschlossen, bereits früher Richtung Einsamkeit aufzubrechen.

Mit 37 Litern Wasser beladen ging es los Richtung Wüste. Ein Sandsturm machte es uns nicht leicht: sehr starker Seitenwind und die Sandkörner, die uns schmerzhaft ins Gesicht schlugen. Am Abend ließ der Wind nach und wir bauten unser Zelt auf. Als die Sonne unterging konnten wir noch ein letztes Mal in Richtung Zivilisation schauen. Da war er nun, der Nebel. Das Zelt, die Räder, alles war nass, aber all die Pflanzen und Tiere der Wüste können nur dank dieses Nebels überleben, der bis zu 50 km ins Inland reicht. Nun konnten wir auch der Teerstraße auf Wiedersehen sagen. Anfangs war der Schotter recht gut, aber sehr bald wechselte Wellblech mit sandigen Passagen. Nichts war zu sehen, bis zum Horizont nur Wüste. Ab und zu ein Auto von Touristen, die eine Kilometerlange Staubwolke hinterließen, aber freundlich grüßten und auch Fotos von uns schossen. Was werden sie ihren Freunden erzählen: .Sie mal, diese Spinner, die fahren mit dem Rad durch die Wüste.. Der erste Campingplatz war erreicht, es war der Vogelfederfelsen. Wir konnten uns die Etappen im Nationalpark nicht selbst einteilen, da es verboten ist, wild zu zelten und wir immer in einem Campingplatz schlafen mussten. Wir hatten reichlich Zeit den Vogelfederfelsen zu erkunden und er war die einzige Erhebung weit und breit. An der Feuerstelle war sogar noch Holz und so konnten wir uns am Abend ein schönes wärmendes Feuer machen. Die Nacht war wärmer als zuvor und auch der Morgen war weniger kalt. Langsam spürten wir jetzt ein wenig die Müdigkeit, die meistens nach einer Woche eintritt.

Schon der erste Tag wurde sehr heiß. Eine Herde Springböcke zog durch die glutheiße Wüste. Auch das Wasser brachte uns keine Abkühlung mehr. Wir radelten durch eine Senke mit heftigem Seitenwind. Hitze und Durst machten uns zu schaffen und schon kamen die ersten Zweifel, ob dieses Land eine gute Wahl für eine Radreise war. Wir waren schon vorher in der Wüste der USA gewesen, doch war es keinesfalls mit dieser zuvergleichen.

Kein Schatten in Sicht, der Kopf drohte zu platzen. 38 ° C, und das im Winter. Der Wind trocknete unsere Körper völlig aus. Dann die Rettung, ein alter Hänger eines Lastwagens war neben der Straße geparkt. Wir setzten uns eine Weile in den Schatten, aßen und tranken etwas. Nach dieser wohltuenden Rast ging es recht zügig voran, da der Wind etwas nachgelassen hatte. 10 km vor unserem nächsten Campingplatz hielt eine Frau an und fragte ob wir genug Wasser hätten. Ich antwortete mit ja, doch sie wollte uns unbedingt noch 10 l schenken. Ich sagte, dass 10 Liter zu schwer wären und wir den großen Kanister nicht transportieren könnten. Da bot sie uns an, die 10 km zurückzufahren und uns das Wasser am Campingplatz zu deponieren, damit wir uns wenigstens etwas waschen könnten. Man merkte ihr an, dass sie mit uns und speziell mit Christine mitlitt, da sie selbst solche Fahrradreisen unternommen hatte. Wir waren um das Wasser sehr froh, weil es eine Gelegenheit war sich ein wenig besser zu waschen, da wir schon 3 Tage keine Dusche mehr hatten. Die Campingplätze im Nationalpark waren nur mit einem spartanischen Klo und Tisch und Bänken versehen. Die Nacht war heiß, über 20 Grad. Wir wunderten uns sehr, da uns alle von der fürchterlichen Kälte erzählt hatten. Auch das Wasser, das normalerweise einige Zeit kühl war, hatte über 20 ° und schmeckte fürchterlich nach Plastik. Die Etappe des nächsten Tages wurde sehr schwierig, da wir zwei Pässe zu überwinden hatten. Wir spekulierten heute bis Solitaire zu radeln. Eine Dusche und ein kühles Getränk schwirrte in unseren Köpfen. Nach einigen KM ging es steil bergab. Am tiefsten Punkt kam das Schild .Kuiseb-Pass.. Es war ein ausgetrocknetes Flussbett in einer wunderschönen Canyonlandschaft. Nach einem kurzen, flachen Stück bäumte sich die Straße vor uns steil bergauf, so dass es uns alle Kraft kostete, diese Steigung zu überwinden. Später wurde es hügelig, aber die Landschaft änderte sich wieder: ein paar Sträucher und auch trockenes goldenes Gras. Unsere große Lust auf den kleinen Luxus brachte uns schließlich nach Solitaire, wo der Campingplatz über eine Dusche und fließendes Wasser verfügte. Das Essen im Gasthaus schmeckte wunderbar, da wir die letzten Tage nur am Abend eine gefriergetrocknete Mahlzeit hatten. Der nächste Morgen fing mit einer sehr guten Schnitte Apfelkuchen an. Es waren ca. 90 km bis Sesriem. Zu unserer Rechten erhoben sich die ersten großen Sanddünen in wunderschönem, je nach Lichtfall oder Tageszeit leuchtendem Rot, bewachsen mit goldenem Gras. Ein Kontrast der Superlative. In einer Bar bei einer kalten Cola erzählte uns der Kellner, das zur Zeit eine Warmfront über Namibia sei, aber schon in zwei Tagen würde es wieder bitterkalt werden. Mit viel Rückenwind trafen wir kurz nach Mittag in Sesriem ein. An der Reception sagte uns die Angestellte, dass der Campingplatz, der nur über 11 riesige Stellplätze verfügte, ausgebucht sei und sie uns auf den .overflow. Campingplatz schicken musste, einen staubigen Platz, gleich neben dem Eingang, ohne Schatten. Die Dünen von Sossusvlei waren ca. 60km Richtung Meer. Unmöglich mit dem Rad zu erreichen, wenn man den Sonnenaufgang betrachten möchte. Es gab keine Busse oder Taxis, die zu den Dünen fuhren. Also fragten wir ein Paar aus Frankreich, ob sie uns morgen früh mit zu den Dünen nehmen würden. Sie antworteten mit ja, aber sie würden bereits um halb 5 Uhr starten. Für uns überhaupt kein Problem, da wir froh waren, überhaupt die Dünen zu sehen, da es wahrscheinlich, mit dem Fish River Canyon das grüßte Naturschauspiel in Namibia ist. Den Nachmittag verbrachten wir am Swimming-Pool, inmitten einer Wüste, schon ziemlich makaber. Das Buffet in der angrenzenden Sossusvlei Lodge war bekömmlich und die Hotelgäste sahen ganz erstaunt auf meinen übervollen Teller. Nachts gab es komische Geräusche, Christine öffnete den Reißverschluss des Zeltes und vor dem Eingang machten sich drei Schakale über die Mülltonnen her. Sie ließen sich von uns nicht stören und machten unbekümmert weiter. Um halb fünf leuchteten die Sterne vom klaren Wüstenhimmel als die Tore für die Einfahrt in den Naturpark geöffnet wurden. Die Straße war übersäht von tiefen Schlaglöchern und es war schwierig allen auszuweichen. Das französische Paar war sehr nett und es wurde nie langweilig. Die Zeit verging wie im Fluge. Als die Sonne aufging tauchte sie die Landschaft in ein dunkles Rot. Ich schoss ein Foto nach dem anderen. Wir beschlossen eine Düne zu besteigen und hatten einen wunderbaren Blick auf Sossusvlei mit all seinen Sanddünen, die über 400m hoch sind. Der Vormittag verging sehr schnell. Wir wechselten den Zeltplatz und ein Nachmittag voller Rast war eingeplant. Allerhand Reparaturen, aber auch nur im Schatten sitzen und lesen waren angesagt. Wir sahen uns die Routen für den nächsten Tag auf der Landkarte an. Immer Richtung Süden. Lüderitz sollte unser nächstes Ziel sein. Das Wetter zeigte sich wieder von seiner schönsten Seite und es machte uns wieder Spaß zu Radeln. Am späten Vormittag kam wieder Wind auf und durch den häufigen Richtungswechsel der Straße kam er von vorne oder auch schon mal von hinten. Da der Wind immer stärker wurde konnten wir über eine lange Ebene mit über 30 Stunden-Km auf Schotterwegen ohne größere Anstrengung radeln, doch wir büßten es nach der nächsten Kurve, wo der Wind von vorne kam, und ein großer Sandsturm lag vor uns. Ich wusste nicht recht was tun. Zum Glück flaute der Wind ab, die Fahrt war frei und der Weg führte uns an eine Tankstelle mit angeschlossenem Campingplatz. Der Süden ist touristisch mehr erschlossen als der Norden, deshalb gibt es auch mehr Campingplätze. Am nächsten Tag war das Ziel Helmeringhausen. Der Tag begann noch schöner als die vorherigen, denn der Wind reinigte die Luft vom Staub, der an windlosen Tagen hellgrau am Horizont zu sehen war. Doch heute war alles klar. Die Straße stieg langsam an, ein breites Tal, links und rechts Berge. Sei langem waren wieder Bauernhöfe entlang der Straße zu sehen, auch Kühe grasten am Straßenrand. Es war die erste gebirgige Etappe, den ganzen Tag ging es auf und ab, aber landschaftlich reizvoll. Jedesmal wenn wir meinten wir wären am höchsten Punkt und fuhren abwärts, ging es gleich wieder bergauf. Helmeringhausen, der Name ein Überbleibsel der ehemaligen Deutschen Kolonie, war ein Dorf mit drei Häusern. Ein Hotel, ein Geschäft und eine Tankstelle mit Campingplatz, den wir genossen denn so konnten wir zumindestens abends Duschen. Dies war angesichts der staubigen Straßen nicht schlecht. Die Füße waren teilweise rot gefärbt. Im Hotel genossen wir das Abendessen. Am Morgen beim Starten waren beide Reifen meines Rades platt. Ich ärgerte mich, denn zudem war es auch noch sehr kalt. Die Zeltplane war mit einer Eisschicht bedeckt. Nach erfolgter Reparatur brachen wir dann auf und ich achtete penibel darauf, nicht zu sehr am Rande der Straße zu fahren, denn der war übersäht von langen Dornen. Kurz nach Helmeringhausen trafen wir an der Straßenkreuzung die Entscheidung, nicht direkt nach Lüderitz zu radeln, sondern über Bethanie nach Goageb zur Hauptstraße zu fahren. Dort hatten wir später die Optionen offen. Die Landschaft wurde offen und flacher, doch zu unserem Bedauern setzte wieder leichter Wind ein, und zwar Gegenwind. In der Ebene ist dieser absolut fatal, da er immer gleichmäßig bläst und er mit der Zeit auf das Gemüt schlägt. In Bethanie löste dieTeerstraße den Schotter ab, der uns teilweise zu schaffen machte, da er von sandig, tief, wellblechartig bis hart war. Der Rücken schmerzte nach fast 900 Km. Es war herrlich auf Teer zu radeln. In Bethanie machten wir einen Stopp und sämtliche Kinder des Dorfes betrachteten unsere Räder. Kurz vor Goageb schlugen wir unser Nachtquartier auf und planten unser nächstes Ziel. Da wir noch Zeit hatten beschlossen wir, zum Fish River Canyon zu radeln, dann nach Keetmanhoop und von dort mit dem Zug zurück nach Windhoek. Doch am nächsten Tag die Ernüchterung. Der Wind erschwerte uns das Weiterkommen, sogar auf der Teerstraße. Nur zwei Wochen zuvor radelten wir Richtung Meer und hatten Gegenwind. Nun Richtung Osten und wieder starker Gegenwind. Nach ca. 60 km unter enormen Strapazen erreichten wir Seeheim. In der Landkarte als größere Ortschaft vermerkt, in Wirklichkeit nur ein kleines Hotel. Wir setzten uns in die Cafeteria um etwas zu uns zu nehmen. Christine und auch ich waren sehr müde und auch der Wille war angeschlagen. Ich öffnete die Landkarte und berechnete noch einmal die Kilometer, die wir noch zu fahren hätten. Normalerweise rechne ich mit einem Durchschnitt von 100 KM pro Tag, doch bei diesem starken Gegenwind wird es sehr schwierig. Also ließen wir diese Variante offen. Wir blieben beim Hotel, wo wir auch unser Zelt aufschlagen konnten. Am Abend an der Bar ging es dann feucht fröhlich zur Sache. In der Runde von weißen einheimischen Jägern, die uns sehr viel über ihr Land erzählten, natürlich alles aus ihrer Sicht gesehen, war es sehr unterhaltsam.

Am nächsten Tag fuhren wir nach Keetmanshoop. Bis dorthin war es nicht mehr sehr weit. Eine gottverlassene Stadt, dreckig und nicht sehenswert. Am Bahnhof erkundigten wir uns über den Zugfahrplan. Wie es sich herausstellte, hatte es auch etwas Gutes, nicht zum Fish River Canyon gefahren zu sein, denn dies hier war die letzte Verbindungsmöglichkeit nach Windhoek. Der Entschluss,nicht mit dem Rad nach Windhoek zu fahren, ergab sich von selbst. Die Straße war die Hauptverkehrsader im Lande und wurde von sehr vielen Lastwagen befahren. Christine buchte den Zug für den nächsten Tag. Wir brachen gleich zu einem Campingplatz ca. 20 Km östlich von Keetmanshoop auf. Wieder wurde die Piste recht staubig. Nahe dem Campingplatz liegt ein Naturdenkmal, der Köcherbaumwald. Es sind eigentlich keine Bäume, sondern große Aloen, die bis zu sechs Meter hoch werden. Am Nachmittag fütterte der Eigentümer seine Geparden. Auf seinem Grundstück hatte er viele Tiere, unter anderem auch eine große Familie von Erdmännchen. Der Sonnenuntergang hinter dem Köcherbaumwald war einzigartig. Von Keetmanshoop wäre es nicht mehr weit nach Südafrika gewesen. Östlich davon breitet sich die Kalahari aus. Der Zug startete erst am Abend und wir schlugen die Zeit in Keetmanshoop mit Essen und Lesen tot. Es war wie eine Volksfeststimmung auf dem Bahnhof, mit sehr vielen Leuten, die sich dort aufhielten, nur um sich das Treiben anzuschauen. Dies war zweimal pro Woche ein Höhepunkt in dieser kleinen Stadt. Der Zug war für 400 Km die ganze Nacht unterwegs und es war ein richtiges Abenteuer, damit zu fahren. Man konnte nur hoffen, irgendwann in Windhoek anzukommen. Von dort unternahmen wir noch eine dreitägige Safari in den Etosha Nationalpark. Aber das ist eine andere Geschichte. Unsere Radreise war somit beendet.

Roadbook

  • 03.08.2004 vom Flughafen nach Windhoek 50 KM
  • 04.08.2004 Windhoek bis kurz nach Okahandja 99 KM
  • 05.08.2004 über Karibib nach Usakos 122 KM
  • 06.08.2004 Usakos bis kurz vor Swakopmund 122 KM
  • 07.08.2004 Swakopmund 25 KM
  • 08.08.2004 über Walvis Bay in den Namib Naukluft Park 50 KM
  • 09.08.2004 bis zum Vogelfederfelsen 40 KM
  • 10.08.2004 Campingplatz vor Kuiseb-Paß 79 KM
  • 11.08.2004 über Kuiseb-Paß bis Solitaire 102 KM
  • 12.08.2004 Solitaire nach Sesriem 82 KM
  • 13.08.2004 Aufenthalt Sossusvlei 0 KM
  • 14.08.2004 Sesriem nach Betta 135 KM
  • 15.08.2004 Betta nach Helmeringhausen 101 KM
  • 16.08.2004 über Bethanie bis kurz vor Goageb 104 KM
  • 17.08.2004 Goageb nach Seeheim 68 KM
  • 18.08.2004 Seeheim nach Keetmanshoop/Köcherbaumwald 65 KM
  • 19.08.2004 Keetmanshoop 28 KM
  • 20.08.2004 mit dem Zug nach Windhoe

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